Lange Straße = Salzstraße. Hier befinden sich nachweislich, die noch vorhandenen ältesten Häuser von Rielingshausen aus den Jahren 1516, 1537 und 1549.

Ein Stolperstein für Adolf Stirm wurde 2019 verlegt. Er wurde 1945 ermordet, weil er Zeuge Jehovas war.

Der in den 1970er Jahren nachgebaute typische Rielingshäuser Paul-Hild-Brunnen war seit 1927 die Wasserleitung in Rielingshausen und wurde aus fünf Quellen im Sulzbachtal und Murrtal gespeist. Der Tiefbrunnen wurde in den 1960er Jahren aufgegeben.

 

Stadtarchivar Albrecht Gühring: Nach rechts führt der Rundgang in die Lange Straße, im Volksmund noch heute „Langgass“ genannt. Sie ist die eigentliche Hauptstraße und hat in früheren Zeiten wohl nicht unwesentlich zum Wohlstand des Dorfes beigetragen, denn sie ist ein Teil der sog. Salzstraße, einer alten Handelsstraße für Holz und Wein, die von Schwäbisch Hall über Rielingshausen Richtung Marbach führte. Sie benutzte teilweise eine alte Römerstraße, die nördlich an Rielingshausen vorbeiführt.
Trotz aller Kriege haben sich in der Lange Straße mehrere Gebäude erhalten, die in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurückdatieren. Sie stehen alle in unserer Gehrichtung auf der linken Seite und wurden 1995 dendrochronologisch datiert. Als erstes sehen wir das hervorkragende Haus Lange Straße 40, das 1549 erbaut wurde. Dazu gehören die Gebäude, und zu dem auch die Gebäudenummern 42, 44 und 46 gehören, die neueren Datums sind. An der Scheune (Nr. 44) ist am Eckständer die Jahreszahl 1679 zu sehen; am Gebäude Nr. 46 1734. Wenige Häuser weiter steht die mittelalterliche Hofanlage des Ölmagenlehens (Lange Straße 26, 28, 32 und 34). Das Hauptgebäude wurde 1537 erbaut.
Das Gebäude Lange Straße 18, ein zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage, ist das bisher älteste bekannte Haus in Rielingshausen und wurde 1516 erbaut. Leider hat es den Großteil der originalen Bausubstanz eingebüßt, da um 1900 das Wohngeschoss aufgemauert wurde und vor nicht allzu langer Zeit die Bausubstanz im Inneren ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen vollständig ausgewechselt
wurde. Schön zu sehen ist noch das Krüppelwalmdach mit Eulenloch. Gleich daneben steht das Gebäude Lange Straße 14, ein stattliches dreigeschossiges Gebäude. Es wurde laut Inschrift von Schultheiß Adam
Wildermuth begonnen und nach dessen Ermordung von seinem Sohn Johann Jakob Wildermuth, ebenfalls Schultheiß, 1775 vollendet. Die Schauseite des ersten Stocks wurde um 1890 in Backstein aufgemauert. Es stellt im dörflichen Bereich das seltenes Beispiel eines spätbarocken Wohnhauses mit Mansard-Vollwalmdach dar und wird in der Oberamtsbeschreibung von 1866 mit „städtischen Styl“ bezeichnet. Gleich daneben (Lange Straße 12) steht die zugehörige Fachwerkscheune des 18. Jahrhunderts. Sehr schön ist das Hauszeichen am Scheitel des Kellerportals mit Ochsenkopf und Beil als Metzgerzeichen.